Ist gerade etwas passiert?

Zwei kurze Fragen. Danach weisst du, was du jetzt tun kannst.

Bist du gerade noch am Telefon oder im Chat mit der Person? Du darfst einfach auflegen. Ein echtes Anliegen geht dadurch nicht verloren.

Was passiert gerade?

Wähle, was am besten passt.

Was ist passiert?

Wähle, was am besten passt. Ist mehreres passiert, fang mit dem an, was dir am dringendsten scheint.

Ist schon abgemacht, dass jemand Geld oder Wertsachen abholt?

Zum Beispiel an deiner Tür oder an einem Treffpunkt.

Wie hast du bezahlt?

Davon hängt ab, wen du zuerst anrufst.

Welches Konto ist betroffen?

Jedes Konto holst du auf einem anderen Weg zurück.

Deine Schritte

Jemand verlangt Geld, Daten oder einen Code

Gut, dass du kurz innehältst. Genau diese Pause wollen Betrüger verhindern.

Abwarten

Beende das Gespräch oder antworte nicht. Auch wenn die Person drängt. Eine echte Bank, Behörde oder Firma kann warten.

Abklären

Such die Nummer der Stelle selbst heraus: auf deiner Karte, auf einem alten Brief oder auf der Website, die du selbst eintippst. Ruf dort an und frag nach. Nutze nie eine Nummer oder einen Link aus der Nachricht.

Abwägen

War die Forderung echt, hast du ein paar Minuten verloren, sonst nichts. War sie nicht echt, musst du nichts weiter tun.

Das tust du nicht

  • Codes aus einer SMS oder App weitergeben, auch nicht an „die Bank“
  • Ein Programm oder eine App installieren, weil jemand am Telefon das verlangt
  • Dich über einen Link aus der Nachricht anmelden
  • Dich von Fristen wie „nur noch heute“ unter Druck setzen lassen

Deine Schritte

Jemand will Geld oder Wertsachen abholen

Ruf jetzt die Polizei an

Sag: „Bei mir soll jemand Geld oder Wertsachen abholen. Ich glaube, es ist Betrug.“

Die Polizei hilft dir, auch wenn sich am Ende alles als harmlos herausstellt.

Polizei anrufen: 117
  1. Gib niemandem Geld oder Wertsachen. Auch nicht an der Tür und auch nicht jemandem in Uniform.

  2. Die echte Polizei holt nie Geld oder Wertsachen ab. Wer das verlangt, ist nicht von der Polizei.

  3. Bleib nicht allein. Ruf jemanden aus deiner Familie oder deiner Nachbarschaft an, wenn du kannst.

Deine Schritte

Jemand aus Familie oder Freundeskreis braucht dringend Geld

Bei dieser Masche geht es fast immer um Tempo und Gefühle. Beides kannst du dir zurückholen.

Abwarten

Leg auf oder antworte nicht mehr. Eine echte Notlage hält die nächsten zehn Minuten aus.

Abklären

Ruf die Person unter der Nummer an, die du schon lange gespeichert hast, nicht unter der neuen. Erreichst du sie nicht, ruf jemanden an, der sie gut kennt.

Abwägen

Meistens geht die Person ahnungslos ans Telefon. Bis du sie selbst erreicht hast, zahlst du nichts. Egal, wie sehr man dich drängt.

Das tust du nicht

  • Geld an eine neue Nummer oder ein unbekanntes Konto schicken
  • Dich an „Sag niemandem etwas“ halten. Genau jetzt darfst du jemanden einweihen
  • Eine Kaution am Telefon zahlen. Polizei und Staatsanwaltschaft verlangen das nie

Danach

  1. Melde den Anruf der Polizei, auch wenn du nichts bezahlt hast. Das schützt andere.

Deine Schritte

Jemand droht mir oder erpresst mich

Erpressung ist eine Straftat, und du bist hier das Opfer. Viele dieser Drohungen sind Bluff, vor allem Massen-E-Mails, die behaupten, dein Gerät sei gehackt.

Wirst du mit Gewalt bedroht?

Fühlst du dich in Gefahr, ruf sofort die Polizei an.

Polizei anrufen: 117

Abwarten

Zahl nicht und antworte nicht mehr. Eine Zahlung beendet eine Erpressung meistens nicht. Oft folgt danach die nächste Forderung.

Abklären

Mach Screenshots: vom Chat, vom Profil, von der Forderung und von den Zahlungsangaben. Danach blockierst du die Person und meldest das Profil bei der Plattform.

Abwägen

Ist es eine Massen-E-Mail ohne echte Bilder von dir? Dann kannst du sie löschen. Steht darin ein Passwort, das du wirklich benutzt, ändere es. Geht es um echte Bilder oder Videos von dir, erstatte Anzeige. Die Polizei kennt diese Fälle gut.

Das tust du nicht

  • Zahlen, „damit es aufhört“
  • Weiter mit der Person schreiben oder verhandeln
  • Beweise löschen, bevor du Screenshots gemacht hast

Geht es um Bilder von Kindern oder Jugendlichen, wende dich sofort an die Polizei.

Deine Schritte

Ich bin unsicher, ob etwas echt ist

Unsicher zu sein ist hier kein Fehler. Es ist der richtige Instinkt.

Abwarten

Du musst jetzt nicht reagieren. Etwas Echtes verschwindet nicht in der nächsten Stunde.

Abklären

Prüf es über einen zweiten Weg, den du selbst wählst: die offizielle App, eine gespeicherte Nummer oder eine Website, die du selbst eintippst. Oder frag jemanden, dem du vertraust. Bei einem Onlineshop hilft dir der Shop-Check weiter unten.

Abwägen

Bestätigt die echte Stelle die Sache, ist alles gut. Bleibt ein Zweifel, ist „Ich tue nichts“ eine gute Entscheidung. Eine echte Rechnung kommt notfalls als Mahnung wieder. Ein Betrug kommt nicht zurück, wenn du nicht reagierst.

Deine Schritte

Ich habe Geld bezahlt oder überwiesen

Jetzt zählt Tempo, nicht Perfektion. Fang mit dem ersten Schritt an. Den Rest kannst du danach in Ruhe erledigen.

Ruf jetzt die Polizei an

Die Abholer sind vielleicht noch in der Nähe, oder sie kommen wieder.

Polizei anrufen: 117

Jetzt sofort

  1. Ruf deine Bank an. Sag: „Ich bin betrogen worden. Bitte versuchen Sie, meine Überweisung zurückzuholen.“

    Je früher du anrufst, desto besser ist die Chance. Garantiert ist es leider nicht.

  2. Die Nummer deiner Bank steht auf deiner Karte, in deiner Banking-App oder auf der Website, die du selbst eintippst. Such sie nicht über eine Suchmaschine. Dort tauchen manchmal gefälschte Nummern auf.

  3. Lass die Karte sperren.

  4. Frag deine Bank, ob die Zahlung zurückgebucht werden kann. Bei Kartenzahlungen gibt es dafür ein eigenes Verfahren.

  5. Melde die Zahlung sofort beim Anbieter, in der App unter „Hilfe“ oder „Problem melden“.

    Bei TWINT: Ruf die TWINT-Hotline deiner Bank an. Die Nummer steht in der App oder auf der Website deiner Bank. Nicht jede Hotline ist rund um die Uhr erreichbar. Wenn nicht, ruf die Sperrnummer deiner Bank an.

  6. Ruf deine Bank an und sag, dass über die App Geld an Betrüger gegangen ist.

  7. Gutscheinkarten: Kontaktier sofort den Anbieter der Karte. Die Kontaktangaben stehen auf der Karte oder auf der Website des Anbieters. Bitte darum, den Code zu sperren. Bewahre Karte und Kassenbon auf.

  8. Kryptowährung: Kontaktier die Plattform, über die du gekauft oder gesendet hast. Melde die Zahlung als Betrug.

    Ehrlich gesagt: In beiden Fällen ist das Geld oft schnell weg. Der Versuch lohnt sich trotzdem, und für die Anzeige brauchst du die Belege.

  9. Schreib auf, was du noch weisst: Aussehen, Kleidung, Auto, Uhrzeit und was gesagt wurde.

  10. Ruf deine Bank an. Sag: „Ich glaube, ich bin betrogen worden. Können Sie schauen, welche Zahlungen heute von meinem Konto gegangen sind?“

In der nächsten Stunde

  1. Nichts löschen. Keine Nachricht, keine Nummer, keinen Chat.

  2. Beweise sichern: Screenshots, Telefonnummern, Kontonummer des Empfängers, Beträge, Uhrzeiten und Namen.

Heute

  1. Erstatte Anzeige. Wo und wie, steht unten bei den Anlaufstellen.

In den nächsten Wochen

  1. Prüf deine Kontoauszüge und lies den Hinweis zum zweiten Betrug weiter unten.

Das tust du nicht

  • Weiter zahlen, auch keine „letzte Gebühr“, um das Geld freizubekommen
  • Firmen bezahlen, die anbieten, dein Geld zurückzuholen
  • Beweise löschen, auch wenn dir alles peinlich ist
  • Das alleine durchstehen

Deine Schritte

Ich habe jemandem Zugang gegeben

Zugang lässt sich zurückholen. Je schneller du das tust, desto weniger kann passieren.

Jetzt sofort

  1. Trenn das Gerät vom Internet. Am Computer: WLAN aus oder Kabel ziehen. Am Handy: Flugmodus.

  2. Ruf deine Bank an und lass das E-Banking sperren. Sag, dass jemand Zugriff gehabt haben könnte.

    Das E-Banking kannst du auch über den Sperr-Notruf 116 116 sperren lassen.

  3. Hast du einen Code weitergegeben? Sag der Bank auch das: wann es war und wofür der Code gedacht war.

In der nächsten Stunde

  1. Ändere deine Passwörter, aber auf einem anderen Gerät. Zuerst das der E-Mail, dann das der Bank, dann alle anderen. Die E-Mail kommt zuerst, weil man über sie alle anderen Passwörter zurücksetzen kann.

  2. Hast du ein Programm installiert, damit jemand auf dein Gerät kann? Lass das Gerät von jemandem prüfen, dem du vertraust, oder in einem Fachgeschäft. Melde dich auf diesem Gerät erst wieder im E-Banking an, wenn es geprüft ist.

  3. Schalte die Zwei-Faktor-Anmeldung ein, wo sie noch fehlt.

Heute

  1. Erstatte Anzeige. Wo und wie, steht unten bei den Anlaufstellen.

Das tust du nicht

  • Mit dem betroffenen Gerät ins E-Banking gehen
  • Auf einen Rückruf des „Technikers“ oder „Bankmitarbeiters“ eingehen
  • Neue Passwörter auf dem betroffenen Gerät eintippen

Deine Schritte

Ich habe persönliche Daten weitergegeben

Daten allein sind noch kein Schaden. Jetzt geht es darum, sie wertlos zu machen.

Jetzt sofort, je nachdem, was du weitergegeben hast

  1. Kartendaten: Lass die Karte sperren.

  2. Benutzername und Passwort: Ändere das Passwort, auf einem anderen Gerät. Hast du das gleiche Passwort auch anderswo benutzt, ändere es dort auch.

  3. Ausweis, Ausweisfoto oder Selfie mit Ausweis: Erstatte Anzeige. Sie ist dein Nachweis, falls später jemand in deinem Namen etwas bestellt oder ein Konto eröffnet.

  4. Geburtsdatum, Adresse oder Ähnliches: Hier musst du jetzt nichts sperren. Sei bei Anrufen in nächster Zeit aufmerksam. Betrüger benutzen solche Daten, um glaubwürdiger zu wirken.

Heute

  1. Informiere deine Bank und bitte sie, dein Konto aufmerksam zu beobachten.

In den nächsten Wochen

  1. Prüf deine Post und deine Kontoauszüge. Rechnungen oder Mahnungen für Dinge, die du nie bestellt hast, sind das erste Zeichen. Dann melde dich bei der Polizei und bei der Firma, die dir geschrieben hat.

Das tust du nicht

  • Auf Nachrichten antworten, die sich auf deine Daten beziehen
  • Den Ausweis „zur Bestätigung“ noch einmal schicken

Deine Schritte

Auf meinem Bankkonto passiert etwas, das ich nicht war

Meine E-Mail wurde übernommen

Mein WhatsApp oder ein anderes Konto wurde übernommen

Du holst dir das Konto zurück. Geh dafür Schritt für Schritt vor.

Jetzt sofort

  1. Ruf deine Bank an und lass Karte und E-Banking sperren.

  2. Frag, ob die Abbuchungen zurückgeholt werden können. Sag klar, dass du sie nicht gemacht hast.

Heute

  1. Erstatte Anzeige. Wo und wie, steht unten bei den Anlaufstellen.

  2. Ändere deine Passwörter, auf einem Gerät, das sicher ist.

Jetzt sofort

  1. Ändere das Passwort, auf einem anderen Gerät. Kommst du nicht mehr hinein, nutze „Passwort vergessen“ oder die Kontowiederherstellung deines Anbieters.

  2. Prüf die Einstellungen: Gibt es eine Weiterleitung oder eine Regel, die du nicht eingerichtet hast? Lösch sie. Betrüger lesen so oft heimlich mit.

In der nächsten Stunde

  1. Ändere die Passwörter aller Konten, die mit dieser E-Mail verbunden sind. Die Bank kommt zuerst.

  2. Schalte die Zwei-Faktor-Anmeldung ein.

Jetzt sofort

  1. WhatsApp: Melde dich in WhatsApp mit deiner eigenen Nummer neu an. Du bekommst einen Code per SMS. Damit fliegt die fremde Person raus. Prüf danach unter „Verknüpfte Geräte“, ob dort fremde Geräte stehen, und entferne sie.

  2. Andere Konten: Nutze auf der Website oder in der App die Hilfe für ein gehacktes Konto. Jede grosse Plattform hat dafür einen eigenen Weg.

  3. Warne deine Kontakte über einen anderen Weg, zum Beispiel per SMS oder Anruf: „Mein Konto wurde übernommen. Schick kein Geld und keine Codes, egal was in meinem Namen kommt.“

In der nächsten Stunde

  1. Schalte die Bestätigung in zwei Schritten ein. In WhatsApp unter Einstellungen → Konto. Hinterleg dort auch eine E-Mail-Adresse.

    Hat die fremde Person schon eine eigene PIN gesetzt, kann WhatsApp dich bis zu sieben Tage aussperren. Das ist ärgerlich, aber danach kommst du wieder hinein.